Wie führt man ein Haushaltsbuch? In 5 einfachen Schritten!

By: Diana

Der Monat ist noch nicht um und du fragst dich, wo mal wieder dein Geld geblieben ist? Um dass du einen besseren Überblick über deine Finanzen bekommst, zeige ich dir anhand eines Schritt-für-Schritt-Beispiels im Artikel, wie man ein Haushaltsbuch führt.

Wie führt man ein Haushaltsbuch?

Das Haushaltsbuch wird in aller Regel monatlich geführt. Von den ermittelten Einnahmen werden die monatlichen Fixkosten abgezogen. Fixkosten, die regelmäßig aber nicht monatlich anfallen, werden wir ebenfalls berücksichtigen. Die variablen Ausgaben wirst du jeden Monat im Haushaltsbuch festhalten und am Ende steht die Bilanz – wirst du noch Geld übrig haben oder ist dein Budget schon vor Monatsende aufgebraucht?

Einnahmen – Fixkosten = Budget
Budget – variable Ausgaben = Bilanz

Monatliche Einnahmen notieren

Ein Haushaltsbuch kannst du auf zwei Arten führen:

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  1. Du notierst dir die Einnahmen, die du jeden Monat hast (wie dein Gehalt und das Kindergeld) und lässt außerordentliche zusätzliche Einnahmen weg. Diese Variante empfiehlt sich, um erstmal zu wissen, wie viel Budget dir jeden Monat nach Abzug aller Kosten zur Verfügung steht. Im Anschluss kannst du dir dann das dir zur Verfügung stehende Geld selber in Budgetgruppen einteilen.
  2. Du kannst auch im jeweiligen Monat wirklich alles notieren, was du an Einnahmen hattest. Hier würdest du zusätzlich Einnahmen wie ausgezahlt bekommene Dividenden aus Aktien, Zinsen von der Bank, Steuerrückerstattung, eine Finanzspritze von den Großeltern etc. berücksichtigen.

Um herauszufinden, wieviel Budget einem jeden Monat zur Verfügung steht und daraus Änderungen auf das Ausgaben- und Konsumverhalten ableiten zu können, gehen wir im Folgenden die erste Variante durch. Diese Rechnung musst du auch nur einmal aufstellen.

Beispiel für die Auflistung der Einnahmen im Monat:

EinnahmenNettobetrag / Monat
Gehalt Dieter1.900 Euro
Lohn Astrid1.150 Euro
Kindergeld184 Euro
Summe der Einnahmen3.234 Euro
Beispielauflistung der Einnahmen

Ausgaben erfassen

Bei den Ausgaben hast du solche, die jeden Monat fix anfallen und jene, die du einmal im Quartal, halbjährlich oder jährlich bezahlst (zum Beispiel GEZ, Autoversicherung, abgeschlossene Abonnements).

Monatliche Fixkosten

Die Fixkosten fallen jeden Monat an und machen den größten Teil unserer Ausgaben aus. Notiere dir alle deine Fixkosten untereinander:

Miete800 Euro
Nebenkosten (zusammengefasster Betrag bei einer Mietwohnung)300 Euro
Wasser50 Euro
Heizung150 Euro
Müllgebühren20 Euro
Strom60 Euro
Kindergartenbeitrag75 Euro
Sportverein30 Euro
Netflix-Abonnement10 Euro
Handy-Kosten20 Euro
Internet-Vertrag20 Euro
Summe der Fixkosten pro Monat1.535 Euro
Fixkosten im Monat

Nicht monatliche Fixkosten

Auf den Monat runterbrechen

Damit du nicht jeden Januar Schnappatmung bekommst, wenn die Rechnung der Autoversicherung im Briefkasten liegt oder du auch bei anderen unregelmäßig anfallenden Ausgaben nicht immer vor dem Problem stehst, in dem jeweiligen Monat den Bauch enger schnallen zu müssen, werden wir diese Kosten auf den Monat runterbrechen.

Danach fallen sie viel weniger ins Gewicht und du hast die volle Kostenkontrolle.

In die erste Spalte trägst du jene Kosten, die bei dir unregelmäßig im Jahr anfallen. Wenn du noch keine Übersicht darüber hast, hilft es dir die Kontoauszüge von einem ganzen Jahr durchzugehen.

In die zweite Spalte notierst du, in welchem Rhythmus diese Rechnung bei dir anfallen. Musst du sie einmal im Quartal oder alle sechs Monate begleichen?

Diesen anfallenden Betrag rechnest du auf das Jahr um. Bei Fixkosten, die du einmal im halben Jahr hast, verdoppelst du sie. Rechnungen, die vierteljährlich anfallen, nimmst du mal vier.

Die vierte Spalte dient dazu, die Jahresbeiträge nun durch 12 zu teilen, also auf den Monat runterzubrechen.

KostenanteilTurnusRechnungsbetragKosten / JahrKosten / Monat
GEZhalbjährlich108 Euro216 Euro18
Autoversicherungjährlich732 Euro732 Euro61
Software-Abonnementjährlich120 Euro120 Euro10
Summe1.068 Euro / Jahr89 Euro / Monat
Unregelmäßig anfallende Fixkosten

Die Tabelle zeigt, dass insgesamt 1.068 Euro im Jahr an Fixkosten anfallen, die nicht monatlich, sondern je nach Vertrag zwei oder viermal in Teilbeträgen bezahlt werden müssen.

Monatliche Rücklage einrichten

 Wenn wir uns 89 Euro im Monat beiseite legen, können wir diese Rechnungen bezahlen ohne dass es weh tut und wir in dem jeweiligen Monat auf etwas anderes verzichten müssen.

Diese Variante wende ich selber an und ich bevorzuge sie auch, wenn ich jeden Monat schaffe zu sparen. Warum? Weil die ersparte Summe „meins“ sein soll und ich möchte nicht davon Monate später wieder etwas wegnehmen oder im Kopf immer den Gedanken haben müssen, dass von dieser Summe ja noch Autoversicherung etc. abgehen.

Zusätzlich kannst du dies für dich ganz einfach automatisieren. Du eröffnest du dir ein Extra-Konto (dies ist bestenfalls ein Unterkonto bei der Bank, wo du dein Girokonto hast) und überweist jeden Monat den für dich errechneten monatlichen Fixkosten-Teilbetrag dorthin. Damit dies automatisch abläuft, richtest du dir einen Dauerauftrag ein, bspw. mit dem Verwendungszweck „monatliche Rücklage“.

So wird dieser Kostenanteil jeden Monat auf das Extra-Konto hin überwiesen. Und wenn zum Beispiel die Autoversicherung bezahlt werden muss, nimmst du von diesem Konto den Betrag und begleichst deine Rechnung. Das tut dann kein bisschen mehr weh weil das Geld eh aus deinem verfügbaren Budget herausgerechnet wurde.

 So führst du am Besten auch dein Haushaltsbuch. Dazu addierst du deine errechneten Kosten, die auf den Monat runtergebrochen wurden, (in unserem Beispiel sind es 89 Euro pro Monat), zu den monatlich anfallenden Fixkosten, die du im vorherigen Schritt ausgerechnet hast.

Damit betragen die monatlich anfallende Fixkosten inkl. derer, die nicht im monatlichen Turnus bezahlt werden, 1.624 Euro

1.535 Euro + 89 Euro = 1.624 Euro

Budget

Dein Budget welches dir im Monat zur Verfügung steht, errechnest du nun ganz simpel:

Einnahmen – Fixkosten = Budget

3.234 Euro – 1.624 Euro = 1.610 Euro

Damit verbleiben dir im Monat noch 1.610 Euro, um alle deine variablen Kosten zu begleichen.

 Möchtest du monatlich Geld zurücklegen, zum Sparen (für ein neues Auto, eine mögliche Autoreparatur, den Jahresurlaub, Finanzinvestition etc.) könntest du hier wieder einen Dauerauftrag zu einem weiteren Extra-Konto, nennen wir es mal „Sparschwein“ einrichten, sodass das Geld jeden Monat automatisch auf dieses Unterkonto abgebucht wird.

Beispiel:

Sparen fürSparbetragMonatl. Budget reduziert sich von 1.610 Euro auf
Urlaub200 Euro1.410 Euro
Investition250 Euro1.160 Euro
Autoreparatur50 Euro1.110 Euro
Neues Fahrrad für Sohn Jonas30 Euro1.080 Euro
Verbleibendes Budget für monatliche Ausgaben1.080 Euro
Monatliche Rücklagen oder monatliches Sparen

Variable Ausgaben

Disziplin ist alles!

Nun kommt die Aufgabe, die doch etwas Disziplin erfordert. Denn du musst dein Haushaltsbuch kontinuierlich führen – jeden Monat! Aber es lohnt sich! Und es stehen dir zwei Vorgangsarten zur Verfügung:

  • Du notierst dir deine Ausgaben jedes Mal nachdem du Geld ausgegeben hast.
  • Oder du sammelst bei Bargeldzahlung deine Bons und Quittungen und guckst dir am Monatsende deinen Online-Kontoauszug an und listest alles auf, was du ausgegeben hast.
Kategorien bilden

Zudem denkst du dir die Kategorien aus, die für dich interessant wären zu analysieren oder Monat für Monat zu vergleichen. Hier lassen sich dann auch tolle Einsparmöglichkeiten ableiten. Also:

  • wie viel Geld gibst du im Monat für Kleidung aus? (Kategoriekürzel: „K“ für Klamotten)
  • wie viel Geld gibst du für weiteren Konsum aus? (Kategoriekürzel „K2“ für Möbel, Deko, Pflanzen etc.)
  • was kostet dich deine Körperpflege und Schminke im Monat? (Kategoriekürzel: „D“ für Drogerie)
  • wie viel Geld gibst du für Restaurants, Bars oder allgemein fürs Ausgehen aus? (Kategoriekürzel: „Aus“ für Ausgehen)
  • wie teuer kommt es dich zu stehen deinen Kühlschrank zu füllen? (Kategoriekürzel: „L“ für Lebensmittel)
  • was kostet dich das Auto im Monat? (Kategoriekürzel: „A“ für Auto)

usw.

So könnte dein Haushaltsbuch für die Aufstellung der variablen Kosten im Beispielmonat Juli aussehen:

Datumausgegeben fürKategoriegezahlt mitct
2.1.BrotLBargeld550
2.1.AutowäscheABargeld700
3.1.SupermarktLEC11948
4.1.DrogerieDEC3242
4.1.TankenAVISA6953
6.1.SommerkleidKEC3995
8.1.SandalenKEC8999
12.1.Essen gehenAusBargeld4500
15.1.Ikea-EinkaufK2VISA21875
15.1SupermarktLEC10567
16.1.CaféAusBargeld800
16.1.FreibadAusBargeld2800
19.1.CocktailbarAusBargeld2700
23.1.HofladenLBargeld470
25.1.TankenAVISA7523
26.1.Geschenk für JonasK2EC1899
Summe89521
Variable Kostenaufstellung im Haushaltsbuch

895,21 Euro gaben wir laut unserem Haushaltsbuch im Monat Juli aus.

Analysiert haben uns die einzelnen Kategorien im Juli folgende Summen gekostet:

KategorieKategorie-Kürzelct
LebensmittelL23535
DrogerieD3242
AutoA15176
AusgehenAus10800
KleidungK12994
Möbel, Dekoration, Pflanzen etc.K223774
Variable Ausgaben je nach Kategorie

Bilanz

Was am Monatsende übrig bleibt, ist unser Bilanz. Gucken wir uns diese in Zahlen an. Was ist nun also von unserem monatlichen Budget im Beispielmonat Juli übrig geblieben?

Budget (nach Abzug der Spareinlagen) 1.080 Euro – 895,21 Euro = 184,79 Euro

Du hättest also einen Überschuss von 184,79 Euro. Steht in deinem Beispiel dort eine Minuszahl (eine rote Zahl!), dann würdest du über deine Verhältnisse leben.

Kontrolle und Einsparpotential

Führst du dein Haushaltsbuch regelmäßig und notierst du wirklich alle Ausgaben, die du tätigst, kannst du damit dein Konsumverhalten kontrollieren.

Suchst du Stellschrauben, um Gelder einzusparen, gucke dir Zahlen ganz genau an. Wieder gebe ich dir ein paar Beispiele, wo oftmals viel Geld weg geht aber der Mehrwert vielleicht gar nicht gegeben ist und du die Kosten eventuell reduzieren (nicht eliminieren!) könntest:

  • Internetvertragskosten
  • für Handyvertrags-Kosten
  • Kosten für Konsum (Kleidung, Drogerieartikel)
  • Kosten fürs Ausgehen
  • Kosten für Lebensmittel, die unterwegs konsumiert werden und sich damit summieren: Kaffee to go, Sandwich an der Tankstelle, Cola am Kiosk…
  • Müssen es Netflix, Prime TV, Disney & Co. sein? Würde auch ein Anbieter reichen?
  • Muss das Auto bei jeder Wäsche gewachst werden? Machst du die Autowäsche selbst, ist es ebenfalls günstiger als wenn du jeden Monat in die Autowaschanlage fährst.
  • Müssen es wirklich neue (und so teure) Möbel, Pflanzen oder Deko-Artikel sein?

Fazit Wie führt man ein Haushaltsbuch?

Jetzt hast du gesehen, wie man ein Haushaltsbuch führt und wenn du das so machst, hast du eine tolle Transparenz über deine Kosten und dein Ausgabeverhalten. Mit Hilfe der Kostenaufstellung weißt du ganz genau wie hoch deine Lebenshaltungskosten sind und dank der Budgeterrechnung siehst du schwarz auf weiß, wie viel Geld dir überhaupt zum Ausgeben zur Verfügung steht.

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