6 Vorsorgedokumente im Überblick, die dich im Ernstfall optimal absichern

By: Diana

Es kann immer etwas passieren und Vorsorgedokumente sind deine Versicherung, die zum Tragen kommt, wenn du in eine Situation kommst, in der du die Dinge nicht mehr selbst für dich regeln kannst. Solche Dokumente ermöglichen dir daher eine selbstbestimmende Vorsorge. Beantworte deshalb für dich wichtige Vermögens- und Lebensfragen solange du es noch kannst.

Meine Vorsorgedokumente

Dem Schicksal zuvorkommen

Wir alle hoffen, dass wir nie in eine solch hilflose Situation kommen, in der wir für uns selber keine Entscheidungen mehr treffen können. Und trotz aller Vernunft und Vorsicht, kann jeden von uns solch ein Schicksal ereilen. 

Als ich mich mal um eine persönliche Angelegenheit kümmerte, hörte ich eine Person den Satz sagen: “Lieber zwei Jahre zu früh, als einen Tag zu spät”. Dieser Satz blieb mir bis heute im Gedächtnis. Gerade die Vorsorgedokumente* stehen für genau solche Entscheidungen. 

➡ Patientenverfügung

➡ Vorsorgevollmacht

➡ Betreuungsverfügung

➡ digitaler Nachlass

➡ Notfallkarte

➡ Organspendeausweis

Entscheidungen zu DEINEN Gunsten

Wenn jemand anderes für dich Entscheidungen treffen muss, wer glaubst du, wird Entscheidungen zu deinen Gunsten treffen? Dein geliebter Partner, deine Eltern, gibt es einen anderen Vertrauten? 

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Sonst entscheidet ein Betreuer, der vom Amtsgericht bestellt wird. Dieser kennt dich nicht. Für den bist du zwar ein Mensch, und letztendlich doch “nur” ein Fall, um den der Betreuer sich im Rahmen seiner Arbeit “kümmern” muss. 

Ich stelle mir überhaupt die ethische Frage, ob jemand, der dafür bezahlt wird, wirklich meine Interessen vertreten kann, wenn er mich doch nicht mal als Person kennt. Wird sich dieser Betreuer überhaupt auf mich als Person konzentrieren können? 

Nicht nur du profitierst im Ernstfall davon

Die Vorsorgedokumente sind nicht nur für dich eine Hilfe. Sie entlasten im Notfall auch deine Familie und sorgen dafür, dass zum emotionalen Leid nicht noch finanzielle, juristische oder gar existenzielle Probleme hinzukommen.

Nach einem Unfall, einem Infarkt, bei Demenz oder psychischer Erkrankung und beim Todesfall – ist es wichtig, dass Vermögens- und Lebensfragen geklärt sind. Deine Angehörigen können so auf deine persönliche Vorsorge zurückgreifen und Dinge in deinem Sinne regeln.

Wer KANN dich im Ernstfall vertreten?

Die Frage sollte sich jeder stellen. Nicht nur der, der keinen Lebenspartner hat. 

Es muss ja nicht nur eine Person sein, der du bedingungslos vertraust. Es muss eine Person sein, die auch in der Lage sein wird, diese Entscheidungen (eventuell dauerhaft) für dich zu übernehmen.

  • Hat das Kind die nötige Reife?
  • Ist der Partner noch jung und selbst gesundheitlich fit genug, um eine vielleicht dauerhaft belastbare Verantwortung für dich zu übernehmen?
  • Ist die Person, wenn es darauf ankommt, entschlossen und durchsetzungsstark?
  • Hat die ausgewählte Person die nötige Zeit oder wird sie sich freimachen (können), um sich um dich kümmern zu können?

Im Übrigen musst du der von dir ausgewählten Person nicht eine Vollmacht für alles ausstellen. Was sie für dich im Ernstfall regeln darf, erklärst du in den jeweiligen Vorsorgedokumenten.

Vorsorgedokumente im Einzelnen

Gucken wir uns diese Vorsorgedokumente* im Einzelnen an, die im Übrigen zu den wichtigen Dokumenten gehören, die du im Notfall mit dir nehmen solltest.

Patientenverfügung

Eine Patientenverfügung kommt zum Tragen, wenn du gegenüber Ärzten oder Pflegekräften nicht mehr deinen Willen zum Ausdruck bringen kannst. Als Beispiel lässt sich hier die Verweigerung lebensverlängernder Maßnahmen nennen.

Vorsorgevollmacht

Mit der Vorsorgevollmacht bevollmächtigst du eine dir vertraute Person, im Notfall für dich finanzielle, juristische und medizinische Entscheidungen zu treffen. Sonst wird hier das Amt entscheiden.

Betreuungsverfügung

Der Unterschied zur Vorsorgevollmacht und der Patientenverfügung ist, dass der Bevollmächtigte eine Situation nicht missbrauchen kann.

Die Betreuungsverfügung wird erst dann wirksam, wenn ein Gericht bestätigt, dass du selbst nicht mehr handlungsfähig bist.

Dann geht die Befugnis offiziell an die von dir vorgeschlagene Person über und das Betreuungsgericht überwacht, dass diese Person deine Vorgaben in der ausgestellten Verfügung einhält.

Symbolbild: Vorsorge treffen mit Vorsorgedokumenten

Digitaler Nachlass

Nach deinem Tod sind deine Accounts auf sozialen Medien verwaist aber bleiben aktiv. Wer weiß von deinen existierenden Konten und Verträgen?

Gegebenenfalls fallen weiterhin Rechnungen für Streaming-Dienste oder Abos an. Der digitale Nachlass entlastet deine Erben erheblich.

Notfallkarte

Bei einer chronischen Erkrankung (z.B. Diabetes, Asthma) oder einem pflegebedürftigem Angehörigen gibt die Notfallkarte im Portemonnaie den Rettungskräften Auskunft über lebenswichtige Gesundheitsdaten.

Organspendeausweis

Mit dem Organspendeausweis wird oftmals fälschlicherweise angenommen, dass, wenn du einen besitzt, damit einverstanden bist nach deinem Todesfall deine Organe zu spenden.

Tatsächlich gibt der Organspendeausweis aber Auskunft darüber, ob du mit der Überlassung aller oder einiger deiner Organe einverstanden bist oder dies eben ablehnst.

In Österreich ist es zum Beispiel grundsätzlich zulässig einem verstorbenen Menschen Organe zu entnehmen und sie zur Lebenserhaltung eines anderen Menschen zu transplantieren. Möchtest du dies nach deinem Ableben nicht, musst du es mit deinem Organspendeausweis ausdrücklich erklären.

Ich wünsche dir Mut dich diesen Themen anzunehmen und dass deine Vorsorgedokumente niemals zum Einsatz kommen werden.

Bilder: fietzfotos/pixabay

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